Ivan-Bogdan Reincke
Ivan-Bogdan Reincke ist Organist, Improvisator und Dirigent mit ungarisch-deutschen Wurzeln. Seit 2025 ist er Dekanatskantor mit Dienstsitz an St. Christophorus in Wolfsburg. Seine künstlerische Entwicklung begann früh: Bereits im Kindesalter sammelte er erste Erfahrungen am Dirigentenpult, nachdem ihn sein Geigenlehrer sporadisch mit der Leitung von Schülerorchestern betraute. Als Violinist trat er zudem bereits im Alter von elf Jahren solistisch hervor.
Seine dirigentische Ausbildung begann Reincke zunächst am Bartók-Pikéthy Konservatorium in Ungarn, wo er Hauptfach-Unterricht im Fach Orgel, Klavier, Violine erhielt, und eine Spezialklasse im Fach Dirigieren und Harmonielehre besuchte. Im Anschluss studierte er Orgel an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest, bevor er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar fortsetzte. Dort wurde er im Rahmen seines Kirchenmusikstudiums umfassend im Chor- und Orchesterdirigieren von Prof. Jürgen Puschbeck, KMD Johannes Kleinjung und Prof. Joan Pagès Valls ausgebildet.
Bereits während seiner Studienzeit übernahm Reincke die Leitung des Herz-Jesu-Chores in Weimar. Mit diesem sowie mit eigens gegründeten Projektensembles erarbeitete und dirigierte er diverse Werke der geistlichen Chor- und Orchestermusik. Wichtige probendidaktische Impulse erhielt er darüber hinaus in der Probenarbeit mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.
Nachhaltig geprägt wurde seine dirigentische Handschrift durch die Ausbildung von Prof. Jürgen Puschbeck, bei dem er seine Fähgkeiten im Chor- und Orchesterdirigieren vertiefte und wesentliche Aspekte der Probenmethodik und Interpretation entwickelte.
Parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent war Reincke als Orchestermusiker in verschiedenen renommierten Klangkörpern tätig, darunter das Sinfonieorchester der Franz-Liszt-Akademie Budapest, das Philharmonische Kammerorchester Dresden, die Staatskapelle Weimar, die Jenaer Philharmonie sowie das Sächsische Sinfonieorchester Chemnitz. Diese umfassende Orchestererfahrung bildet eine zentrale Grundlage seiner Arbeit am Pult.
2022 führte Reincke im Palast der Künste (MÜPA) in Budapest mit dem Neuen Franz-Liszt-Kammerchor Maurice Duruflés Requiem auf. Die auswendig gesungene Aufführung wurde zu einem großen Erfolg und zeugte von der außergewöhnlichen Qualität des Ensembles, das zu den renommiertesten Chören Ungarns zählt.
Reinckes interpretatorischer Ansatz ist geprägt von stilistischer Vielseitigkeit, analytischer Präzision und einer klaren klanglichen Vorstellung, die aus der Beherrschung mehrerer Instrumente erwächst. Er wird für seine strukturierte und zugleich inspirierende Probenarbeit sowie für seine differenzierte musikalische Gestaltung geschätzt.
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